Charoit

Charoit

Charoit trägt seinen Namen nach seiner derzeit einzigen Fundstelle am ostsibirischen Fluss Chara. Er ist vor allem in Osteuropa und Russland schon lange im Handel, wurde jedoch erst im Jahr 1978 als eigenes Mineral identifiziert und anschließend Charoit genannt. Zuvor wurde er als rosa-violetter Cummingtonit-Schiefer oder als violetter Canasit betrachtet.

Fundgebiete

Flagge von Russland
Russland
Sibirien

Mineralogie

Entstehung
Tertiär
Kristallsystem
monoklin
Mineralklasse
Schichtsilikate
Farbe
Grau, Violett, Rosa
Chemische Formel
(Ca,Na)4(K,Sr,Ba)2 [(OH,F)2Si9O22] • H2O

Entstehung

Vor ca. 100 bis 200 Mio. Jahren wurde die gesamte Murunsker Region in Sibirien durch aufsteigendes Magma komprimiert, verschoben, aufgefaltet und vielerorts durchbrochen. Vulkane brachen aus und heiße alkalische Lösungen drangen in Risse, Spalten und Gänge ein. Gestein und Mineralien wurden gelöst und aufgeschmolzen, neue Magmatite und durch Druck und Hitze umgewandelte Metamorphite bildeten sich. Genau in der Kontaktzone zwischen diesen beiden Gesteinen entstand dabei metasomatisch der tertiäre Charoit. Er bildet sich aus teils vom Magma stammenden, teils aus dem Gestein gelösten Mineralstoffen.

Erscheinung

Charoit ist monoklin, bildet jedoch nur faserige oder dichte, gut polierfähige Aggregate. Er ist grau, braun, pupur bis violett und zeigt ein fließend-faseriges Aussehen mit wechselndem Glas- und Seidenglanz, das im polierten Zustand an Email-Glasuren erinnert. Seine Fließstrukturen entsteht durch den Druck und die tektonischen Bewegungen (Bewegungen der Erdkruste) während seiner metamorphen Entstehung, die zur Bildung faserig-blättriger Schichten führen. Grüne, kupferfarbene oder schwarze Einschlüsse bereichern dabei seine optische Erscheinung noch und erhöhen seinen Reiz als Schmuckstein.

Chemismus

Charoit ist ein sehr komplexes, mineralstoffreiches und wasserhaltiges Schicht-Silikat. Ausschlaggebend für seine Wirkung ist dabei neben Mineralstoffreichtum, Farbe und Entstehung auch der alkalische (basische) Charakter.

Steinstruktur des Charoit

Bestimmungsmerkmale

Mohshärte
5  – 6
Dichte
2.68
Spaltbarkeit
vollkommen, unebener Bruch
Strichfarbe
weiß
Transparenz
durchscheinend bis undurchsichtig

Verwechslungen und Unterscheidung

Lepidolith: Härte 2,5 – 3, wesentlich bessere, ausgezeichnete Spaltbarkeit mit biegsamen, elastischen Spaltblättchen (Glimmer!)

Sugilith: an der fehlenden faserigen Fließstruktur und den ebenfalls fehlenden Begleitmineralien des Charoits erkennbar.

Fälschungen

Fälschungen sind derzeit nicht bekannt.

Heilkunde

Spirituell

Charoit kann helfen, tiefgreifende Veränderungen im Leben zu meistern. Er kann Entschlossenheit, Spontaneität und Tatkraft geben, wenn Unerledigtes sich scheinbar zu unüberwindbaren Bergen häuft. Charoit kann außerdem helfen, Widerstände zu überwinden.

Seelisch

Charoit kann Gelassenheit bringen und unangreifbar für Stress und Sorgen machen. Er kann ruhigen und erholsamen Schlaf mit intensiven, kreativen Träumen schenken.

Mental

Charoit kann helfen, besonnen aber ohne Zögern wichtige Entscheidungen zu treffen. Er kann die Beobachtungsgabe, auch sich selbst gegenüber, fördern und kann Fremdbestimmungen und Zwänge auflösen.

Körperlich

Im körperlichen Bereich wird Charoit nachgesagt, dass er krampflösend wirken und einen basischen Stoffwechsel fördern soll. Er soll die Nerven beruhigen, Schmerzen lindern und bei vegetativen Störungen helfen, vor allem auch, wenn das Herz davon betroffen ist.

Anwendung

Charoit sollte mit Hautkontakt am Körper getragen werden.

Besonders empfehlenswert ist außerdem der Aufenthalt in einem Charoit-Steinkreis – vier bis sechs Steine genügen bereits.

Indikationen

Herzbeschwerden
Krämpfe
Nervenbeschwerden